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Thomas Cook: Was Sie jetzt wissen müssen

Der Firmensitz von Thomas Cook in Oberursel

Der Firmensitz von Thomas Cook in Oberursel. Foto: Thomas Cook

Die britischen Veranstalter von Thomas Cook haben gestern Nacht Insolvenz angemeldet. Noch ist völlig offen, welche Folgen das für die deutschen Veranstalter und für Condor hat. Wir haben die wichtigsten Fragen und Antworten für Sie zusammengefasst.

Wie viele deutsche Urlauber sind betroffen?
Zurzeit sind rund 140.000 deutsche Urlauber mit Veranstaltermarken von Thomas Cook auf Reisen. Zu diesen gehören Thomas Cook Signature, Neckermann Reisen, Bucher Last Minute, Öger Tours und Air Marin.

Welche Folgen müssen Urlauber vor Ort befürchten?
Pauschalreisende können auf jeden Fall damit rechnen, wieder nach Deutschland geflogen zu werden. Allerdings besteht die Gefahr, dass sie von den Hotels genötigt werden, die Übernachtungsleistung vor Ort zu bezahlen. Denn Thomas Cook überweist das Geld erst zwei bis drei Monate nach dem Aufenthalt der Kunden. Insofern laufen die Hotels Gefahr, leer auszugehen. Dies gilt auch für die Inhaber der Konzept- und Markenhotels von Thomas Cook.

Wie sollten sich Hotelgäste nun verhalten?
Einen Tipp abzugeben, ist nicht möglich, zumal die deutschen Veranstalter noch nicht insolvent sind. Die britische Regierung hat angeblich betroffenen Hotels schriftlich zugesichert, für bislang nicht bezahlte Rechnungen aufzukommen. Kunden, die vor Ort ihr Hotel noch einmal bezahlen müssen, sollten sich auf jeden Fall eine Quittung ausstellen lassen. Experten raten außerdem zu dem Vermerk: „Ich bezahle nur unter Vorbehalt und ohne Anerkennung einer Rechtspflicht.“

Sollten die deutschen Veranstaltermarken Insolvenz anmelden, kann dieses Geld über den Insolvenzverwalter eingefordert werden. Die spanische Kette Melia sichert Thomas-Cook-Kunden zu, dass sie ihr Hotel auf keinen Fall nochmals vor Ort bezahlen müssten. „Wir zeigen uns solidarisch mit den Urlaubern“, heißt es aus der Melia-Zentrale in Palma.

Was ist mit Aldiana?
An Aldiana ist Thomas Cook nur mit 42 Prozent beteiligt, die Mehrheit hält der Investor LMEY. Insofern ist für den Clubanbieter keine Insolvenz zu befürchten. Thomas Cook betont auf der eigenen Homepage: „Der Veranstalter Aldiana ist von der Insolvenz nicht betroffen.“ Aldiana arbeitet mit Thomas Cook vor allem im Reisebüro-Vertrieb sowie dem Flugeinkauf zusammen. In allen anderen Bereichen agiert Aldiana eigenständig und vermarktet seine Reisen über Vertriebspartner und andere Reiseveranstalter.

Was passiert mit gebuchten Reisen?
Abreisen für Kunden von Thomas Cook Signature, Neckermann Reisen, Bucher Reisen, Öger Tours und Air Marin für heute und morgen kann der Reisekonzern nicht gewährleisten. Wie es ab Mittwoch weitergeht, ist offen.

Was passiert mit Condor-Flügen?
Die Airline hat einen Staatskredit beantragt und will vorerst weiterfliegen. Kommt eine Insolvenz, ist das Geld für gebuchte Tickets weg. Gäste, die eine Reise mit Thomas Cook Signature, Neckermann, Öger Tours, Air Marin und Bucher Reisen gebucht haben, darf Condor heute und morgen nicht ins Zielgebiet bringen. Alle Rückflüge finden wie gebucht statt. Wie es ab Mittwoch weitergeht, ist offen. Thomas Cook will sich mit allen Gästen direkt in Verbindung setzen, deren Abreise für heute (23. September) oder morgen (24. September) geplant ist. Wollen Kunden einen von der Pauschalreise losgelösten Flug kaufen, sollen sie sich an den Condor-Serviceschalter am Flughafen wenden oder auf die Condor-Website gehen.

Was ist mit Reisen anderer Veranstalter?
Solange Condor nicht Insolvenz anmeldet, sind andere Veranstalter nicht betroffen. Kommt diese Insolvenz, müssen diese Veranstalter auf eigene Kosten Ersatzflüge organisieren. Dies könnte einige Anbieter ebenfalls in die Insolvenz treiben.  

Pauschalreisen sind gegen Insolvenz abgesichert. Reicht der Topf?
Das ist zurzeit schwer einzuschätzen, aber es wird knapp. Ersten Hochrechnungen zufolge könnte eine Summe von 105 Millionen Euro auflaufen – im Topf der Versicherer sind pro Jahr maximal 110 Millionen Euro.

Dürfen Reisen von Cook-Veranstaltern noch gebucht werden?
Nein, der Verkauf wurde durch die „Notgeschäftsführung“ – so der offizielle Ausdruck – gestoppt.

Was wird aus geplanten Famtrips für Reisebüros?
Dazu gibt es keine Infos. Man muss davon ausgehen, dass sie sämtlich abgesagt werden.

Wer kann Infos geben?
Die Hotlines von Thomas Cook dürften hoffnungslos überlastet sein. Das sind die Service-Nummern für Reisebüros: Pauschalreisen 0 61 71 / 65 65 100, dynamisch paketierte Reisen 0 61 71 / 65 65 150.