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TUI: Gewinn bricht fast um die Hälfte ein

2019 war auch für TUI ein schwieriges Jahr: Vorstandsvorsitzender Fritz Joussen

2019 war auch für TUI ein schwieriges Jahr: Vorstandsvorsitzender Fritz Joussen. Foto: TUI

Im Geschäftsjahr 2019 hat TUI deutlich weniger Gewinn gemacht als im Vorjahr. Belastet durch das Flugverbot für den Mittelstrecken-Jet Boeing 737 Max ging der Nettogewinn von 727 Millionen Euro auf 416 Millionen Euro zurück. Das entspricht einem Minus von 42,8 Prozent. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn fiel um knapp 22 Prozent auf 893 Millionen Euro.

Dennoch bezeichnet Fritz Joussen, Vorstandsvorsitzender der TUI AG, den Abschluss als „erfolgreich“. „TUI zeigt auch in einem für die Touristikindustrie schwierigen Geschäftsjahr operative Stärke, eine solide Bilanz und Wachstum bei den Kerngeschäften Hotels und Kreuzfahrten“, fasst er zusammen.

Das Kerngeschäft „Urlaubserlebnisse“ mit den Bereichen Hotels, Kreuzfahrten und Aktivitäten in den Destinationen, der 74 Prozent des Ergebnisses von TUI ausmacht, entwickelte sich laut Joussen erneut stark. Im Hotelbereich stieg das bereinigte Ebita um 8,2 Prozent auf 451 Millionen Euro. Die durchschnittliche Auslastung lag bei 82 Prozent, der Durchschnittspreis mit 66 Euro um fünf Prozent über dem Vorjahreswert.

Im Kreuzfahrtbereich stieg das bereinigte Ergebnis um 13 Prozent auf 366 Millionen Euro. Der Bereich Aktivitäten wuchs um 22 Prozent auf 55,7 Millionen Euro.

Die Entwicklung im Bereich „Märkte & Airlines“ mit dem traditionellen Veranstaltergeschäft sei durch eine Vielzahl an Herausforderungen und schwieriger Marktbedingungen geprägt gewesen. Neben dem Flugverbot hätten sich der heiße Sommer des Vorjahres und die Unsicherheit über den geplanten Brexit auf das Verbraucherverhalten ausgewirkt. Die Kunden hätten später gebucht als in den Vorjahren.

Zudem hätten Überkapazitäten im Flugbereich, insbesondere nach Spanien, für einen verstärkten Wettbewerb gesorgt und zu einem entsprechenden Druck auf die Margen geführt. Die Gästezahlen in diesem Bereich lagen um 0,6 Prozent unter dem Vorjahreswert, das bereinigte Ebita sank um 73,5 Prozent auf 131,8 Millionen Euro (Vorjahr 497,3 Millionen Euro).

Im Zuge der Insolvenz des „wichtigsten Mitbewerbers im Veranstaltermarkt“ verzeichnete TUI laut Joussen einen erheblichen Zulauf an neuen Kunden. Man habe daher die Kapazitäten für die aktuelle Wintersaison um zwei Prozent erhöht, für die Sommersaison um 14 Prozent.

Die Buchungen für den Winter liegen um vier Prozent über dem Vorjahreswert. Zu den Buchungen für den Sommer will der Vorstandsvorsitzende noch keine Angaben machen.

 

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