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TUI bläst zur Aufholjagd im Sommergeschäft

TUI Fly ist im Sommer mit 22 Maschinen im Einsatz – unter anderem ins TUI-Top-Ziel Mallorca. Foto: TUI

TUI Fly ist im Sommer mit 22 Maschinen im Einsatz – unter anderem ins TUI-Top-Ziel Mallorca. Foto: TUI

Bei Deutschlands größtem Reiseveranstalter TUI zieht das Sommer-Geschäft deutlich an. Die Reiseerleichterungen in Europa und die für den 1. Juli angekündigte Aufhebung der generellen Reisewarnung für Corona-Risikogebiete mit Inzidenzwerten unter 200 weltweit, sorgen für einen extremen Nachholeffekt.

„Die Aufholjagd für den Sommerurlaub ist gerade in vollem Gange, und die Konsumlaune für Reisen scheint täglich zuzunehmen“, sagte TUI-Deutschland-Chef Marek Andryszak am Dienstag in einer Medienrunde. „Wir verzeichnen starke Buchungswochen, die seit Mai sogar das Niveau der Vergleichswochen von 2019 toppen.“ Die beliebtesten Urlaubsziele lägen sogar prozentual zweistellig im Plus.

Mallorca führt TUI-Top-Ten an

Den Sonnenplatz im aktuellen Zielgebiets-Ranking der TUI für diesen Sommer belegt Mallorca vor Kreta und Antalya – die Türkei ist erst seit knapp zwei Wochen wieder buchbar und holt bereits stark auf. Auf den Plätzen Vier bis Zehn der TUI-Top-Ten folgen Rhodos, Kos, Fuerteventura, Gran Canaria, Teneriffa, Mecklenburg-Vorpommern und Ibiza. Auch Zypern mit dem ersten Robinson-Club auf der Insel sowie sechs TUI-Blue-Hotels sei sehr gefragt, berichtet TUI-Touristik-Chef Stefan Baumert. Gleiches gelte für Portugal; an der Algarve boomt ihm zufolge „Workation“, sprich, Arbeiten im Urlaubs-Resort.

Die wiedererstarkte Urlaubsform Pauschalreise macht bei TUI aktuell 70 Prozent der Gesamtnachfrage aus. Begünstigt wird dieser Trend durch den starken Kundenwunsch nach Sicherheit und nach Flexibilität. So entscheidet sich laut Vertriebschef Hubert Kluske mittlerweile mehr als die Hälfte der TUI-Kunden für den Flex-Tarif, den der Veranstalter in der Corona-Krise als Novum für weltweite Pauschalreisen eingeführt hat. Dieser ermöglicht eine gebührenfreie Umbuchung und Stornierung bis 14 Tage vor Anreise.

TUI Fly stockt auf

Aufgrund der guten Buchungslage baut TUI die Flug- und Bettenkapazitäten in allen beliebten Reiseländern weiter aus. Die eigene Airline TUI Fly ist in diesem Sommer mit 22 Flugzeugen im Einsatz und hat die Kapazität in den Sommerferien noch einmal kräftig aufgestockt. Allein für Mallorca stehen nun im Juli und August 210.000 Sitzplätze zur Verfügung, für die Kanaren 235.000 und für Griechenland insgesamt 450.000. Damit bietet der Veranstalter tägliche Flüge nach Mallorca, 70 wöchentliche Flüge auf die Kanarischen Inseln, 50 nach Griechenland, 20 nach Portugal und zu vielen anderen Zielen rund ums Mittelmeer an.   

Urlaub im eigenen Land lag schon vor der Pandemie im Trend, so auch in diesem Sommer: Die Unterkünfte an Nord- und Ostsee seien bei TUI fast ausgebucht, so Baumert. Insgesamt plant der deutsche Marktführer in diesem Sommer 75 Prozent seiner Kapazitäten vom Sommer 2019 bereitzustellen.

Er gehe nicht davon aus, so Baumert, dass es zu einer generellen Angebotsknappheit kommen werde. Bei beliebten Produkten könne es aber durchaus Engpässe geben. „In den Sommerferien kann es auf unseren touristischen Rennstrecken eng werden. Hier sind die Familienhotels in erster Strandlage als erstes ausgebucht.“ Als Faustregel gelte: Je näher die Sommerferien rücken, desto flexibler sollten Urlauber bei der Wahl ihres Hotels oder ihres Abflughafens sein. Einen „Run“ gibt es laut Baumert bereits auf Mietwagen. Die Nachfrage bei TUI Cars habe sich bereits verdoppelt.  

Neue Rückruf-Funktion für Reisebüros

Der Beratungsbedarf – von Kunden wie von Reisebüros – sei bei TUI aktuell „ausgesprochen hoch“, heißt es aus Hannover. Das führt zu schlechter Erreichbarkeit und daher zu viel Unmut bei Vertriebspartnern. Dass deren Erwartungshaltung an den Service von Deutschlands größtem Reiseveranstalter eine andere ist als die, die TUI derzeit zu leisten im Stande ist, ist Vertriebschef Hubert Kluske bewusst. Zur Verbesserung der Situation will TUI in den nächsten Wochen eine Rückruf-Funktion für Reisebüros einrichten. In der Zentrale in Hannover, versichert Kluske, arbeite man mit vereinten Kräften daran, die Anfragen nach Abreisedatum abzuarbeiten.

Christofer Knaak