Verkehr

Marabu: Weiterhin große Probleme beim Flugbetrieb

Die neue Condor-Schwester Marabu gibt weiterhin kein gutes Bild ab

Die neue Condor-Schwester Marabu gibt weiterhin kein gutes Bild ab. Foto: Marabu Airlines

Der neue Ferienflieger Marabu kommt nicht richtig in die Spur. Nach dem holprigen Start der Condor-Schwester Ende April ist es Medienberichten zufolge über das Pfingstwochenende zu einem Chaos im Flugbetrieb gekommen.

Bereits am vergangenen Donnerstag startete ein Flug von München nach Korfu mit 18 Stunden Verspätung, weil Marabu zufolge Flugzeuge von beauftragten Partner-Airlines nicht rechtzeitig bereitgestellt wurden. Ein weiteres Problem gab es dann mit der Ersatzmaschine, auf der nicht genug Plätze für alle Gäste verfügbar waren. Laut einem Bericht der Bild-Zeitung kam es daraufhin zu Tumulten am Gate, die Polizei musste eingreifen.

Große Verspätungen in München und Hamburg

Mit riesigen Verspätungen hatte der Urlaubsflieger auch am Pfingstwochenende zu kämpfen. Sowohl in München als auch in Hamburg, den beiden Haupt-Abflughäfen von Marabu, mussten laut einem Bericht des Flugnachrichtenportals Aerotelegraph Flüge viele Stunden verschoben werden. So startete ein für Freitagnachmittag geplanter Flug von München nach Faro mehr als einen Tag später, in Hamburg musste eine Verbindung nach Rom gleich ganz annulliert werden.

Die Unregelmäßigkeiten im Flugbetrieb seien unter anderem auf technische Probleme und die verspätete Bereitstellung der Flugzeuge bei Partner-Airlines zurückzuführen, erklärte ein Airline-Sprecher. Das liege auch daran, dass sich die Lieferung eigener Jets „unvorhergesehen verzögert“ habe.

Zudem hätten sich über Pfingsten Verspätungen aus vorangegangenen Flügen sowie ein extrem hohes Verkehrsaufkommen an den Flughäfen Hamburg und München bemerkbar gemacht.

Marabu gelobt Besserung

Nun arbeitet die vom Condor-Investor Attestor in Estland gegründete Airline nach eigenen Angaben mit Hochdruck daran, die aktuellen Herausforderungen zu beseitigen und Reserven bei Fluggerät und Ressourcen zu schaffen. „Hierfür wurde eine Taskforce etabliert, die die Prozesse unter die Lupe nimmt und, wo nötig, verbessert“, so der Sprecher gegenüber Aerotelegraph. Dazu gehört auch die „digitale proaktive Kommunikation“ an Gäste, wenn es zu einer Verspätung komme.

Das alles wird das Ansehen von Marabu auch im Vertrieb nicht gerade steigern. Bereits vor dem Betriebsstart ärgerten sich Reisebüros über viele Flugplanänderungen für Strecken nach Kreta, die der Urlaubsflieger in der ersten Saison von sieben deutschen Flughäfen aus bedient.

Und nach dem Erstflug Mitte April fiel das damals einzige Flugzeug aus, weshalb die Fluglinie auf diverse Wetlease-Anbieter zurückgreifen musste. Inzwischen stehen ihr drei eigene Airbus A320 Neo und ein von Heston Airlines geleaster A321 zur Verfügung.

 
Thomas Riebesehl