Kreuzfahrten

Kreuzfahrtdemo in Kiel: Reisebüros geschlossen

Unter anderem TUI Cruises kritisieren die Kreuzfahrtgegner

Unter anderem TUI Cruises kritisieren die Kreuzfahrtgegner. Foto: TUI Cruises


Rund 300 Umweltaktivisten haben am Samstag in Kiel gegen den Kreuzfahrttourismus demonstriert – „störungsfrei“, wie die Polizei mitteilte. Davon bekamen die Mitarbeiter zweier Büros jedoch nichts mit. Die Agenturen, vor denen die Demonstranten angekündigt hatten zu protestieren, blieben am Samstag kurzfristig geschlossen.

„Wir haben im Vorfeld lange darüber diskutiert, wie wir reagieren sollen und haben uns dann entschieden, aus Sicherheitsgründen nicht zu öffnen“, sagte ein Mitarbeiter des TUI-Reisecenters an der Dänischen Straße unweit des Ostseekais, wo die Abschlusskundgebung stattfand. „Personenschutz geht eben vor Objektschutz. Wir haben nicht gewusst, was auf uns zukommen wird, ob es friedlich bleibt oder nicht.“

TUI teilte darüber hinaus mit, dass aufgrund der angekündigten Demonstration das zu erwartende Geschäftsvolumen für diesen Tag nicht groß gewesen sei, „so dass wir uns deshalb dazu entschlossen hatten, den Tag für andere betriebliche Zwecke zu nutzen".

Das TUI-Reisecenter und das TUI-Reisebüro an der Andreas-Gayk-Straße hatten die Initiatoren der Demo ausgewählt, weil TUI seit Jahren dabei sei, die eigene Kreuzfahrtsparte auszubauen. „Deshalb ist TUI schon seit Jahren Ziel von Kreuzfahrtgegnern“, hatte eine Organisatorin im Vorfeld gegenüber touristik aktuell geäußert (siehe hier).  Es hätte aber auch jedes andere Reisebüro treffen können, das Kreuzfahrtreisen bewirbt. Die TUI-Reisebüros lägen nur besonders gut auf der Demo-Route.

Die Kundgebung endete gegen 15.45 Uhr. Die Polizei war nach eigenen Angaben mit einem Großaufgebot vor Ort. Sowohl Polizeikräfte an Land und zu Wasser seien zum Einsatz gekommen. Die Erfahrungen, die man an Pfingsten bei einer Spontandemonstration am Ostseekai gemacht hatte, seien „in die Beurteilung der Lage mit eingeflossen“. Damals hatten Aktivisten ein Schiff sechs Stunden lang blockiert und am Auslaufen gehindert.

 

Kommentar (1)

  • ursula bissinger
    am 15.07.2019
    Es wäre sicher sinnvoller gegen die Schiffe, die Müll nach Asien und Afrika bringen, zu demonstrieren.
    Das würde ich ja noch verstehen.

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