Reisevertrieb

Germania-Insolvenz: Veranstalter kündigen Reiseverträge auf

Nach der Insolvenz von Germania müssen die Veranstalter alternative Flüge für ihre Kunden finden

Nach der Insolvenz von Germania müssen die Veranstalter alternative Flüge für ihre Kunden finden. Foto: Flughafen Bremen

Nach der Germania-Pleite kündigen derzeit Reiseveranstalter einseitig Reiseverträge. Dies berichtet der Reisebüro-Verband VUSR. Laut Cyrus Nurischad, zweiter Vorsitzender des Reisebüro-Verbands, geschieht dies „entgegen geltenden Rechts“. Auch in diversen Facebook-Foren schimpfen Reiseverkäufer auf Veranstalter, die diese Methode im Moment verstärkt anwenden.

Nach Ansicht des VUSR versuchen die Veranstalter auf diese Weise, die Umbuchung auf eine andere Airline zu umgehen. Von Veranstalterseite werde argumentiert, dass es keine alternativen Flüge gebe, so der Verband. „Es hat für uns eher den Anschein, als ob sich mancher Veranstalter mit der vorgeschobenen Stornierung den Kostendruck der Umbuchung ersparen möchten“, sagt Nurischad. Für Reisebüro ergebe sich durch die kostenlose Stornierung zudem noch das Problem des Provisionsverlusts.

Der VUSR fordert nicht nur die Erbringung der Reiseleistung, sondern auch eine Absicherung der Provisionen für Reisebüros. Betroffene Büros können sich an den VUSR wenden.

 

Kommentare (6)

  • Wolfgang Hoffmann
    am 08.02.2019
    Jetzt rächt es sich, das Produkt Pauschalreise in einen ruinösen Preiskampf verwickelt zu haben. Das dürfte sowieso für einige VAs teuer werden, weil sie bestimmt für die anderen Komponenten der ausgefallenen Pauschalreise eine vertraglich vereinbarte Garantie zahlen müssen. Hotels geben den VAs nicht Kontingente beim Einkauf billiger ab, wenn da keine Garantien hinter stehen, was die VAs zu zahlen haben, egal, ob ein Kunde bucht oder nicht.
    Und jetzt haben die VAs Geld in Germaniaflügen stecken, was sie erst auch einmal in den Wind schreiben dürfen.
    Dass sie mit der Kündigung des Reisevertrags billiger wegkommen ist doch nachvollziehbar.
    Und wir Reisemittler sollten das mit dem nötigen Bedauern aber zurückhaltend sehen. Wie es am Ende ausgeht, in jedem Fall vor einem Gericht, das wird uns dieses Jahr schmerzlich genug beschäftigen.
    In jedem Fall sollte jetzt endlich die Ära des Billigwahns in der Reiseindustrie beendet werden. Der Verbraucher ist sensibilisiert. Jetzt gilt es, ihm zu vermitteln, dass eine Pauschalreise nicht in Fernost Nachts von Kindern zusammen geklöppelt werden, wie Billigjeans! Wer Verreisen möchte, muss das erforderliche Geld dafür haben. Sonst bleibt er halt - wie wir jetzt sehen - Zuhause!
  • Narjiss
    am 10.02.2019
    Das hat sie auch Vtours mit uns gemacht wegen Germania insolvenz, sie hat uns die Reise nach Hurghada mit Germania am 19.3 vom Düsseldorf aus, angeblich keine Alternative Flüge gibt.
    Jetzt haben wir 480 € mehr gezahlt und andere Hotel genommen.
    P.S. am August 2018 gebucht.
  • Cyrus Nurischad
    am 13.02.2019
    Ja, es gibt einige seltsame Aufforderungen zum Storno, bzw. es wird behauptet, daß es keine Alternativen gäbe.
    Auf manchen Strecken sehe ich das ein, natürlich stehen nicht alle Plätze, grade kurzfristig, von anderen Airlines zur Verfügung.
    Leider macht es den Anschein, als ob in vielen Fällen, die Wirtschaftlichkeit im Vordergrund steht und die neuen Plätze einfach zu teuer wären. Aus diesem Grund sammeln wir zur Zeit die Fälle aus dem Kollegenkreis und werdend die jeweiligen Veranstalter diesbezüglich um Stellungnahme bitten und die auch veröffentlichen. Es hat den Anschein als ob so mancher Veranstalter, oder Reederei, sich entweder nicht bewusst ist, wie die Rechtslage ist, oder ..... es wird einfach mal versucht. Fakt ist, das Reisebüro hat seine Leistung erbracht, egal ob der Kunde stornieren muss oder nicht. Daher steht der Agentur auch die Provision zu.
    Auch wir recherchieren weiter.
  • Alexander
    am 14.02.2019
    Tja. Jetzt geht es bei Schau-ins-Land los.

    Erster Kunde hat als Ersatz neue Flughäfen ohne Transfer angeboten bekommen (München statt Nürnberg, Larnaca statt Paphos), es gingen ihm zwei volle Reisetage verloren. Als er sich beschwert hat, dann Flughäfen mit 500 km Entfernung zum Wohnort um den Kunden zum stornieren zu bringen (Zürich/Basel und Berlin als Abflugorte).

    Fazit: Der Kunde bleibt zu Hause und hat die Türe wohl für immer hinter sich geschlossen.. Das waren rund 10.000 Euro im Jahr an Umsatz die da gerade den Bach runtergegangen sind.

    Das blöde ist, der Kunde hatte gerade erst mit TUI schon extrem schlechte Erfahrungen gemacht (leider keiner der Nörgler, in 30 Jahren 2x Pech kurz hintereinander). Da er noch ziemlich gut vernetzt ist, befürchte ich, da kommt noch mehr nach.
  • A.Sefert
    am 04.03.2019
    Uns hat (6Pers.) gestern tropo die Reise storniert ,angeblich da keine Alternativen vorhanden sind.
    Komisch nur ich hätte gestern die gleiche Reise bei anderen Reisebüros buchen können
    Gleicher Flughafen identische Leistungen mit andere Gesellschaft.
    Wir werden auf alle Fälle klagen.
    Hätte mir nur mehr Unterstützung durch reisegeier gewünscht
  • A.Sefert
    am 04.03.2019
    PS.die Reise. War natürlich erheblich teurer

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