Reisevertrieb

RTK: Kundendaten bleiben im Reisebüro

Thomas Bösl befürwortet den Verbleib der Kundendaten im Reisebüro

Thomas Bösl befürwortet den Verbleib der Kundendaten im Reisebüro. Foto: RTK

Angesichts der aktuellen Diskussion um Kundendaten setzt sich RTK-Geschäftsführer Thomas Bösl einmal mehr dafür ein, die Hoheit über die Daten in den Reisebüros zu belassen. Unter anderem plant TUI  im Rahmen der Omnichannel-Strategie, auf die Daten von Reisebüro-Stammkunden zuzugreifen und Werbung an sie auszuspielen. „Das ist ein legitimer Weg, aber wir haben eine eigene Variante“, meint Bösl. Reisebüros sollten Kunden besser direkt anschreiben und die Veranstalter als Partner einbinden.

Dass die Kundendaten im Reisebüro bleiben sollen, will Bösl allerdings nicht aus Misstrauen gegenüber den Veranstaltern verstanden wisse. Es gehe darum, „flexibel“ zu bleiben. Kundendaten seien das wichtigste Kapital für den Counter. Es dauere oft Jahre, diese Geschäftsgrundlage aufzubauen.

Für die Kundenansprache nutzen RTK und Reiseland das Tool „Vermarktungspartner“. Das Mischsystem besteht aus einer digitalen Kundenanalyse und dem persönlichen Wissen des Counters. Zurzeit wird mit den Reisebüro-Kooperationen TUI Travel Star und Neckermann Reisen Partner über eine Teilnahme verhandelt. Laut Bösl profitieren von dem System viele Leistungsträger. Die ausschließlich im Namen der beteiligten Reisebüros verschickten Mailings würden in der Regel in Kooperation mit Reiseveranstaltern oder Kreuzfahrtreedereien durchgeführt.

Bösl möchte mit seinem Vorstoß Reisebüros wachrütteln: „Das aktuelle Marktumfeld verspricht nicht gerade ein Jubeljahr.“ Für ihn sei der Veranstalter-neutrale Kundendatenweg wichtig. Welcher Weg schlussendlich der richtige ist, sei nicht entscheidend. „Am Ende zählt eine Botschaft an die Reisebüros: Jetzt müssen Sie Gas geben bei der Kundenansprache und bei der Verbesserung der Kundendatenqualität“, sagt der RTK-Chef gegenüber touristik aktuell.

Dabei sollten Reisebüros auch verstärkt auf die Möglichkeiten großer Vertriebsorganisationen zurückgreifen. „In deren Systemem steckt viel Kapital und künstliche Intelligenz, die man nutzen sollte“, so Bösl.

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