Reisevertrieb

Reisebüros: Pläne für genossenschaftlichen Veranstalter

Michael Röntzsch will einen genossenschaftlichen Veranstalter von Reisebüros für Reisebüros ins Leben rufen. Foto: Prostock-Studio

Michael Röntzsch will einen genossenschaftlichen Veranstalter von Reisebüros für Reisebüros ins Leben rufen. Foto: Prostock-Studio

Michael Röntzsch hat in den vergangenen Monaten immer wieder Ideen präsentiert, mit denen Reisebüros gestärkt aus der Krise kommen können. Jetzt plant der Touristiker, einen Veranstalter auf Genossenschaftsbasis aufzubauen – quasi einen Veranstalter von Reisebüros für Reisebüros. Und er sucht Mitstreiter. „Es ist höchste Zeit für Veränderungen“, begründet Röntzsch den Schritt. 

„Reisebüros müssen aktiv werden“
Die Idee sei während einer Mallorca-Reise aufgekommen, die er ohne Hilfe von Veranstaltern organisiert hatte, erzählt Röntzsch. Die Gespräche der Reisebüro-Mitarbeiter hätten sich vor allem um die Corona-Krise gedreht, um die Probleme der Agenturen und ihre Abhängigkeit von den Veranstaltern. Reiseverkäufer hätten darüber diskutiert, ob es möglich sei, einen genossenschaftlich organisierten Reiseveranstalter zu gründen, dessen Mitglieder Reisebüros sind. Die Idee habe großen Anklang gefunden, so der Touristiker.

Jede stationäre Agentur soll sich den Plänen zufolge an der Genossenschaft beteiligen können. Schließlich gebe es derzeit große Herausforderungen und auch Risiken. „Wenn die Veranstalter erst einmal mit Nettopreisen um die Ecke kommen, dann können mit Ausnahme der großen Internetportale alle anderen dichtmachen“, sagt Röntzsch. Wie es mit dem Handelsvertreterstatus weitergehe, sei ebenfalls unklar. „Deshalb müssen Reisebüros aktiv werden.“

Treffen Ende August geplant
Röntzsch will 1.000 Agenturen mit einer durchschnittlichen Einlage von 1.000 Euro zusammenbekommen und lädt zu einem Treffen nach Kaiserslautern ein. Dort sollen vom 27. bis 29. August die Pläne diskutiert werden. Röntzsch hat zudem den Genossenschaftsexperten Sven Leudesdorff-Pfeifer eingeladen. Ziel sei es unter anderem, die Satzung zu formulieren und Eckpunkte zu verankern, so der Initiator. Zum Beispiel soll der Onlinevertrieb der Produkte über große Portale ausgeschlossen werden.

Die Teilnahme mit Übernachtung im Doppelzimmer kostet 129 Euro, im halben Doppelzimmer 179 Euro. Röntzsch hofft auf weitere Mitstreiter, die sich unter anmeldung(at)touristiksolution.de an ihn wenden können. „Wir hatten nie eine bessere Chance als jetzt, uns neu aufzustellen.“

Ute Fiedler