Mi 30.05.18

Insider: „Fast alle Reisebüros rückvergüten“


Laut einem Reisebüro-Inhaber sind Rückvergütungen am Counter eher die Regel und kein Sonderfall. Foto: pixabay

Laut einem Reisebüro-Inhaber sind Rückvergütungen am Counter eher die Regel und kein Sonderfall. Foto: pixabay

Seit Jahren ärgern sich viele Reisebüros über Rückvergüter. touristik aktuell hat mit einem Inhaber gesprochen, der selbst seit Jahren vier Prozent Rückvergütung an seine Kunden zahlt und mit diesem Geschäftsmodell offen wirbt.

Im Gespräch verrät der Inhaber, der seit elf Jahren ein Reisebüro betreibt und anonym bleiben möchte: „Früher war alles gut. Durch die Gutscheinpraxis von Internetportalen wie Ab-in-den-Urlaub.de wurde der Kundenwunsch nach Rabatten mit der Zeit aber immer größer“, meint er. Vor allem Kunden, die Buchungen von mehr als 10.000 Euro bei ihm platzierten, fragten häufig danach. „Da musste ich irgendwann reagieren. Gutscheine wollte ich nicht herausgeben. So kam es zur Idee der Rückvergütungen“, sagt er.

Der Reisebüro-Inhaber ist der Meinung, dass es unter den stationären Reisebüros sehr viele Rückvergüter gibt. „Ab einem bestimmten Buchungsbetrag bieten fast alle Reisebüros eine Rückvergütung an. Natürlich nicht offiziell, da läuft sehr viel unter der Hand. Viele werden es abstreiten“, behauptet er.

Dass viele Reisebüros rückvergüten, bestätigt auch Marija Linnhoff, Vorsitzende des Reisebüroverbands VUSR. Ihr Verband hatte das strittige Thema vor einigen Wochen wieder in den Mittelpunkt gerückt. Doch der Zuspruch innerhalb der Branche blieb weitgehend aus. Linnhoff hatte eigentlich erwartet, dass die Rückendeckung beim Angriff auf die Rückvergüter riesig sei. Nach dieser Enttäuschung weiß Linnhoff immerhin, warum die Solidarität innerhalb der Branche bei dem Thema fehlt: „Weil sehr viele Kollegen selbst rückvergüten“, so die Verbandsvorsitzende.

Für Linnhoff stellt sich jetzt die Frage, ob ein Stopp der Rückvergütungen in der Touristik überhaupt erwünscht ist. Der Reisebüro-Verband arbeitet deshalb an einem Memorandum über das Für und Wider.

Der rückvergütende Reisebüro-Inhaber wird sein Geschäftsmodell indes fortsetzen: „So lange Sparkassen und Raiffeisenbanken, große Reisebüro-Organisationen und andere Kollegen weiterhin Rückvergütungen anbieten, werde ich damit nicht aufhören.

Mehr über den stationären Rückvergüter, welchen Ärger er wegen seiner Praxis schon hatte und wie der VUSR beim Thema weiter vorgehen möchte, lesen Sie in der neuen Ausgabe von touristik aktuell (Ausgabe 20/21), die Anfang dieser Woche erschienen ist.

 

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