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Eurowings: Zahl der Flugänderungen minimiert

Eurowings nimmt den Unmut der Kunden ernst und trifft sich mit dem DRV. Foto: Eurowings

Seit dem 1. Juli hat sich die Zahl der Flugänderungen bei Eurowings schlagartig minimiert. Das ist die Bilanz von mehreren Reiseverkäufern. Dies war vor wenigen Wochen noch komplett anders. Ständige Flugstreichungen und -änderungen hatten für immensen Wirbel am Counter gesorgt. Ende Juni war dann das Maß für einige Reisebüros voll. Mehr als 150 Agenturen beteiligten sich an einer gemeinsamen Aktion und schickten Protestbriefe an die Lufthansa-Tochter.

In dem Schreiben machten die Experten nicht nur ihrem Ärger über die Mehrbelastung und das Flugchaos Luft. Sie forderten Eurowings auf, bis Ende Juni zu reagieren und Lösungsvorschläge zu unterbreiten. Reagiere die Airline nicht, kündigten die Reiseverkäufer an, für jede Änderung von Flugzeiten und/oder des Airports pauschal 50 Euro pro Buchung zu berechnen. Ab einer Summe von 500 Euro werde über rechtliche Schritte nachgedacht, sagte die Initiatorin der Aktion Stefanie Deiters.

Bisher wenige Rechnungen verschickt

Bislang sind gerade einmal eine Handvoll Rechnungen von Reisebüros an Eurowings verschickt worden. Reisebüro-Inhaber Michael Zytniak vom Check-In-Center in Mülheim hat zwei Rechnungen verschickt. „Es ist ruhig geworden“, so der Reiseverkäufer. Er vermutet, dass die Verbesserung primär am neuen 50-Punkte-Plan von Eurowings und der Ankündigung eines Treffens zwischen Eurowings und dem DRV liegt.

Nach dem massiven Protest der Reisebüros werden sich Vertreter der Airline und des DRV kommende Woche treffen. Der Verband bestätigte zwar, dass es ein Gespräch geben wird. Über den genauen Termin und die Inhalte werde man sich im Vorfeld jedoch nicht äußern, teilte eine Sprecherin auf Anfrage mit.

Auch Reisebüro-Inhaberin Deiters ist über die positive Entwicklung bei Eurowings überrascht: „Seit dem 1. Juli kommen so gut wie gar keine Flugänderungen mehr rein.“ Sie selbst musste seit dem 1. Juli noch keine Rechnungen an die Airline verschicken.

Airline kündigt Maßnahmen an

Auf Anfrage von touristik aktuell bekräftigt die Airline, den Unmut der Reisebüros und Kunden ernst zu nehmen. Eine Sprecherin kündigte für dieses Jahr „spürbare Verbesserungen“ an.

Mit einigen konkreten Maßnahmen hat die Airline bereits reagiert. Unter anderem mit dem Programm Fix It, das die 50 wichtigsten Prozesse im Unternehmen optimieren soll. So wolle man schneller und effizienter werden.

Man stehe zudem im Austausch mit dem Luftfahrt-Bundesamt, um die Umregistrierung der letzten Air-Berlin-Flugzeuge deutlich zu beschleunigen, sagte eine Sprecherin. So könnten Reservekapazitäten und Bodenzeiten ausgeweitet werden.

Im Hinblick auf die Kundenkommunikation sind nach Aussage der Sprecherin die Kapazitäten im Callcenter sowie an Stationen ausgebaut worden. Darüber hinaus werden „alarmierende infrastrukturelle Engpässe“, insbesondere bei Flugsicherung und Sicherheitskontrollen, auf politischer Ebene adressiert.

Von dem Gespräch mit dem DRV erhofft sich die Lufthansa-Tochter, „die aktuelle Situation im deutschen und europäischen Luftverkehr und ihre zum Teil gravierenden Auswirkungen auf Reisemittler, Veranstalter und Airlines“ verdeutlichen zu können. „Dabei soll auch ein gemeinsames Verständnis für die zukünftige Zusammenarbeit festgelegt werden.“

 
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