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Malaysia: Zum ITB-Auftakt ein Eigentor

Datuk Mohamaddin bin Ketapi sorgte bei einer ITB-Pressekonferenz für Aufsehen

Datuk Mohamaddin bin Ketapi sorgte bei einer ITB-Pressekonferenz für Aufsehen. Foto: sw

Im Fußball wäre es ein Eigentor in der ersten Minute gewesen. Einen ähnlich missglückten Start hat nun Malaysia auf der ITB Berlin hingelegt. Und das ausgerechnet als Partnerland der größten Reisemesse der Welt. In der auch international viel beachteten Pressekonferenz zum Auftakt der Messe am gestrigen Dienstag fiel dem malaysischen Tourismusminister Datuk Mohamaddin bin Ketapi auf die Frage eines Journalisten, ob Juden und Homosexuelle in dem vorwiegend muslimisch geprägten und sehr restriktiven Land sicher reisen könnten, keine Antwort ein. Das könne er nicht sagen – und so etwas wie Homosexualität gebe es in seinem Land ohnehin nicht.

Um aus der Nummer noch einmal herauszukommen, sollte es auf der heutigen Pressekonferenz dann um andere Themen gehen. Um Einreisezahlen, Ziele und strategische Partnerschaften zum Beispiel. Wer nicht kam, war der angekündigte Tourismusminister. Nach Angaben einer Sprecherin habe er sich kurzfristig in sein Hotel begeben.

Stattdessen durften seine Kollegen vom Tourist Board die ehrgeizigen Ziele des Landes noch einmal bekräftigen: Bis zum Jahr 2020 will man auf 30 Millionen Touristen kommen. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr besuchten 25,8 Millionen internationale Gäste Malaysia.

Aus dem deutschen Markt soll insbesondere Condor mit weiteren Direktflügen nach Kuala Lumpur dabei helfen, mehr Gäste ins Land zu bringen. Im Jahr 2018 kamen etwa 129.000 deutsche Touristen, ein Anstieg um 17 Prozent. Für 2019 werden 150.000 deutsche Besucher angestrebt.

Die im vergangenen Herbst gestartete Condor-Verbindung mit drei Flügen pro Woche soll im Sommer mit dann noch zwei Flügen fortgesetzt werden. Auch im kommenden Winter soll es Direktverbindungen geben.

Auf der ITB möchte man sich nun nach dem Auftakt-Eklat auf die Vermittlung des kulturellen Reichtums Malaysias konzentrieren.
Gesprächsthemen werden aber wohl erst einmal andere sein.

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