Verkehr

Thomas Cook prüft Airline-Verkauf

Was wird aus Condor & Co? Der Cook-Konzern prüft den Verkauf seiner Airlines

Was wird aus Condor & Co? Der Cook-Konzern prüft den Verkauf seiner Airlines. Foto: Thomas Cook Group Airlines

Spekuliert wurde darüber immer wieder: Jetzt hat der Reisekonzern Thomas Cook offiziell bekannt gegeben, seine Airline-Gruppe auf den Prüfstand zu stellen. Laut Konzernchef Peter Fankhauser werde es „eine strategische Überprüfung der Group Airline“ geben, zu der auch der deutsche Ferienflieger Condor gehört: „Wir stehen noch ganz am Anfang dieses Review-Prozesses, bei dem alle Optionen, wie wir den Wert für unsere Shareholder steigern und unseren strategischen Fokus intensivieren können, geprüft werden.“ 

Als Grund für die Entscheidung nennt der finanziell unter Druck stehende Cook-Konzern, der zugleich auch schlechte Quartalszahlen vorgelegt hat, die Konzentration auf andere Geschäftsfelder – vor allem die eigenen Hotelmarken. Man habe festgestellt, „dass wir größere finanzielle Flexibilität und mehr Ressourcen benötigen, um die Umsetzung unserer Strategie der Differenzierung zu beschleunigen, verstärkt in unser Portfolio an Hotels eigener Marken zu investieren, unsere Vertriebskanäle weiter zu digitalisieren und im gesamten Unternehmen effizienter zu werden“, so Fankhauser.

Zu den Thomas Cook Group Airlines gehören neben Condor die Fluglinien Thomas Cook Airlines UK, Thomas Cook Airlines Scandinavia sowie die noch relativ jungen Schwestern Thomas Cook Airlines Balearics und die von Air Berlin übernommene Gesellschaft Thomas Cook Aviation mit einer Flotte von insgesamt über 100 Flugzeugen. Nach Angaben einer Condor-Sprecherin werden jetzt „alle Optionen geprüft“, wobei eine vollständige Übernahme durch Investoren ebenso denkbar sei wie ein Teilverkauf. Dabei werde angestrebt, ein „enges Verhältnis“ der Airlines zum Cook-Konzern aufrecht zu erhalten.

Zu Details des angestrebten Verkaufs sowie möglichen Interessenten ist bislang noch nichts bekannt. „Dieser Prozess wird sicherlich einige Monate dauern“, ergänzt die Sprecherin.

Zugleich legt die Airline-Gruppe Wert auf die Feststellung, dass die strategische Entscheidung nicht wegen einer schlechten Geschäftsentwicklung gefällt worden sei. Trotz der Herausforderungen im Flugjahr 2018 sei man „sehr profitabel“, heißt es. So habe die Gruppe „ein starkes Wachstum“ und „große Fortschritte beim Ausbau des Einzelplatzgeschäfts“ erzielt sowie das Drittveranstaltergeschäft ausgebaut.

Laut Thomas Cook wurden im vergangenen Jahr über 20 Millionen Passagiere befördert, der operative Gewinn ist im Vergleich zum Vorjahr um 37 Prozent auf 129 Millionen Pfund gestiegen. Im aktuellen Winter liegen die Buchungen entsprechend der Kapazitätserweiterung insgesamt acht Prozent über dem Vorjahr.

Kommentare (2)

  • Michael Röntzsch
    am 07.02.2019
    Welch ein Unsinn!
    Was bringt es in Hotelmarken zu investieren wenn am Ende keiner hin kommt weil es keine Airline mehr gibt die die Strecke bedient? Meiner Meinung nach funktioniert das gesamte Konstrukt Touristik überhaupt nicht mehr und es wäre höchste Zeit das dieser Umstand endlich erkannt wird.
  • schaue_kurz_vorbei
    am 08.02.2019
    Dem stimme ich zu. Ein schönes Beispiel ist die alte LTU-Gruppe. Eine Fluggesellschaft (Technik, Abfertigung etc. einmal außen vor), verschiedene Vertriebsmarken und eine kleine Hotelgruppe. Unterm Strich profitable. Dann kam die SAir Group (irrelevant für dieses Beispiel) und die Kölner REWE und man hat sich die Rosinen herausgepickt. Die Marken und die Hotels der ehemaligen LTU bescheren der REWE-Touristiksparte mit wenigen Mitarbeitern satte Renditen. Einer Fluggesellschaft hat man sich aber elegant entledigt. Das wirtschaftliche Risiko vor allem in der Nebensaison sei zu hoch. Das gehöre outgesourct.

    Die TUI geht derzeit (noch) den anderen Weg. Für große Veranstalter ohne eigenen Kapazitäten wie die REWE-Touristik bleiben in wenigen Jahren wahrscheinlich nur noch bulgarische und rumänische Charterairlines, die wie Bulgarian Air Charter problemlos ihre alten MD-80 im Winter parken und die Crews nach Hause schicken können. Im hochpreisigen Segment wird es da sicher schwer, solche Produkte an den Mann zu bringen.

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